Ki - und Aikido - Unterricht

Ki - und Aikido - Unterricht

Neben den Übungsstunden für Erwachsene bildet die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einen unserer Schwerpunkte.
Im Bereich des Shin Shin Toitsu Aikido existieren noch relativ wenige Kindergruppen in Deutschland. Somit liegen auch nur wenige methodische Erfahrungen vor. Die Einsichten aus anderen Kampfsportarten oder dem allgemeinem Sporttraining lassen sich nur sehr begrenzt übernehmen, da Aikidotechniken und Ki-Übungen auf völlig anderen Prinzipien aufgebaut sind. Zu dieser Zurückhaltung in der Kinderarbeit gibt es vielerlei Gründe:
Beim Erwachsenen sind es häufig Fragestellungen, die aus Erfahrungen mit anderen Kampfsportarten oder aus dem Lebensalltag entstanden sind und in ihm das Interesse an Ki und Aikido wecken. Kinder haben diesbezüglich keine Fragen und die geistigen Hintergründe und Fragestellungen unserer Kampfkunst können - und sollten auch nicht - über die Verstandesebene an Kinder herangetragen werden.
Ebenso ist das Vermitteln von Kampftechniken jeglicher Art im Vorschulalter überhaupt äußerst problematisch. Welcher Vier– oder Fünfjährige befasst sich mit Problemen der Gewalt, wenn er nicht von außen dazu erzogen wird? Erlernt er trotzdem Selbstverteidigungsformen, so kann man nicht erwarten, dass er sinnvoll damit umgeht.
Gleiches gilt für Ki – Meditation und Atemübung. Kann man Kinder meditieren lassen? Der japanische Zenmeister Deshimaru Roshi antwortete auf diese Frage sehr treffend: "Ja, aber es ist besser ihnen eine Keks zu geben".
Was vermittelt nun aber der Übungsleiter? Es läge nahe zu sagen: "In den Kampfkünsten haben Kinder nichts zu suchen. Meditation und Daseinsverständnis sind etwas mit dem sich Erwachsene befassen". Man könnte aber auch sagen: "Hier ist ein wichtiges Aufgabenfeld". Und zwar aus folgenden Gründen: Aggressivität als Konfliktlösung wird durch die Medien permanent vermittelt. Konzentrationsschwäche auf Grund von ständiger Reizüberflutung, oft gepaart mit mangelndem Bewegungsgefühl, ist gerade bei Kindern häufig zu beobachten. Dies wiederum kann zu mangelndem Selbstwertgefühl und somit unter Umständen wiederum zu aggressivem Verhalten führen.
Die Aufgabe des Übungsleiters der Kinder muss es also sein, durch spielerische Übungen gute Gewohnheiten zu verstärken oder zu schaffen. Dazu muss er möglichst individuell auf das einzelne Kind eingehen und es durch dessen eigene Tätigkeit zu positiven Erfahrungen führen.
Man braucht noch nicht konsequente Meditationsübungen, aber die Erfahrung der Ruhe.
Diese darf nicht ausschließlich äußerlich angeordnet werden, - auch wenn die Geduld des Übungsleiters strapaziert wird - sondern muss zur inneren Erfahrung werden.
Stärke sollte nicht durch irgendeine aufgesetzte Kampftechnik erreicht werden, sondern zunächst sollte ein friedlicher Geist entwickelt werden. Gute, bewegungsbezogen Grundübungen werden in der Folge das Erlernen der Aikidotechniken erleichtern.
Unter diesen Aspekten bietet Ki und Aikido dem Übungsleiter eine Fülle von Möglichkeiten, einfache kindgemäße Übungen zu entwickeln und so eine Basis für die spätere gezielte Einführung bilden.


