Aikido ist eine moderne japanische Kampfkunst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba entwickelt wurde. Ihr Ursprung liegt in der Tradition des Budo. Budo wird häufig als der "Weg des Kämpfens" übersetzt. Diesen Begriff verstand Morihei Ueshiba jedoch im ursprünglichen Sinne des Schriftzeichens "Bu", welches, genaugenommen, "den Speer stoppen" oder "aufhören, den Speer zu benutzen" bedeutet. Demzufolge ist Aikido, als "Kampfkunst" nicht so zu verstehen, dass Gewalt gegen Gewalt gesetzt wird. Ziel ist es vielmehr, eine geistige und körperliche Stärke zu entwickeln, die aus einem gelassenen und friedlichen Geist resultiert und entsprechend diesem, auch einer kritischen Situation, wie etwa einem Angriff, zu begegnen weiß. Grundlage des Shin-Shin-Toitsu-Aikido ist der Ki-Unterricht. Der Begriff Ki ist vielschichtig und kaum zu übersetzen. Wichtige Aspekte sind Vitalität und inneres Gleichgewicht, die aus einer freien ungestörten Wahrnehmung resultieren und uns ein konfliktfreies Handeln, auch in schwierigen Situationen, ermöglichen. An einfachen Übungen entwickeln wir Verständnis für die "Einheit von Geist und Körper" und die damit verbundene äußere und innere Stabilität. Diese, wird durch Meditation und Atemübungen erübt und gefestigt. Der Ki-Unterricht bietet somit eine hervorragende Vorbereitung für alle Aufgaben des täglichen Lebens. Koichi Tohei, zu Lebzeiten Ueshibas, Cheftrainer in dessen Dojo, begründete 1975 Shin-Shin-Toitsu-Aikido, kurz auch Ki-Aikido genannt, eine Form des Aikido, in der die Übung der "Einheit von Geist und Körper" besonders betont wird. Kenjiro Yoshigasaki begründete 2002 die Ki No Kenkyukai Association Internationale, der auch unser Dojo angeschlossen ist. Aikido wendet die im Ki-Unterricht erarbeiteten Fähigkeiten auf die extreme Situation des körperlichen Angriffs an. Zur Verteidigung wird nicht Gewalt gegen Gewalt gesetzt, denn daraus erfolgt Kollision, zum Vorteil des physisch Überlegenen. Stattdessen wird der Angriff kollisionsfrei umgelenkt, dadurch unwirksam gemacht, und in eine Wurf- oder Haltetechnik übergeführt. Somit spielt körperliche Überlegenheit des Angreifers keine Rolle. Ziel ist letztendlich nicht die Unterwerfung eines "Gegners", sondern die Erhaltung oder Wiederherstellung von Frieden und Harmonie. Den Aspekt der Selbstverteidigung weit überschreitend, bietet Aikido eine hervorragende Körper- und Bewegungsschule, auch für denjenigen, der lediglich einen Bewegungsausgleich sucht. | ||